Bei Menschen - neun Monate. Wie ist es bei anderen Säugetieren und was passiert mit Kind und Mutter?
Fangen wir doch mal damit an, was mit Kind und Mutter während der Schwangerschaft passiert – eigentlich eine ganze Menge. Etwa eine Woche nach der Befruchtung der weiblichen Eizelle nistet sich der winzige Keim in der so genannten Gebärmutter ein. Der Embryo entwickelt sich nun Rasant. Nach fünf Wochen ist der Embryo etwa acht Millimeter lang. Man kann nun schon den Kopf, Rücken, das Herz und die Augen gut erkennen. Auch Arme und Beine beginnen sich abzuzeichnen. Am Ende des Rückgrats befindet sich noch ein Fortsatz, der wie ein kleines Schwänzchen ausschaut.
Nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten spricht man nicht mehr von einem Embryo, sondern von einem Fötus. Bis zur Geburt sind es nun noch 28 Wochen. Schließlich leiten Hormone im Körper der Mutter die Geburt ein. Sie beginnt mit den Wehen. Dabei zieht sich, mehr oder weniger schmerzhaft, die Gebärmutter zusammen.
Der Körper der Mutter hat während der Schwangerschaft große Leistungen zu vollbringen. Vom so genannten Stoffwechsel werden absolute Höchstleistungen gefordert. Für das Wachstum des Kindes muss der gesamte Körper der Mutter sämtliche Reserven freisetzen. Dies muss durch eine entsprechende Ernährung mit viel Vitaminen und Mineralstoffen ausgeglichen werden. Vor allem Eisen ist für die Mutter jetzt sehr wichtig. Der Stoffwechsel kümmert sich zuerst um das werdende Kind. Der Körper der Mutter wird zwar auch mit dem Notwendigsten versorgt, dass Embryo hat jedoch den Vorrang.
Viele werdende Mütter bekommen einen seltsamen Appetit auf ganz bestimmte Dinge. Zum Beispiel auf saure Gurken oder massenhaft Sahnetorte. Die Reserven müssen halt aufgefüllt werden. Wie, das ist bei jeder Frau anders. Natürlich sieht man der Mutter im Laufe der Schwangerschaft auch ihren Zustand äußerlich an – nicht zuletzt wegen der Sahnetörtchen. Der Bauch wird immer dicker. Das Sitzen fällt der Mutter schwer und das Kind teilt ab und zu ein paar Tritte aus, die für die Mutter auch nicht gerade angenehm sind.
Bei Menschenaffen, wie Gorillas oder Schimpansen, ist es ähnlich wie beim Menschen. Die Schwangerschaft dauert bei ihnen acht bis neun Monate. Die Jungen sind bei der Geburt genauso hilflos, wie ein Menschenbabys. Auch wird der Bauch wird bei der Affenmutter, wie bei allen Säugetieren in der Schwangerschaft, immer dicker. Und Tritte dürften die Tierföten auch austeilen.
Bei der Maus dauert eine Schwangerschaft nur vier Wochen und beim Elefanten 22 Monate, also knapp zwei Jahre. Ein ganz schöner Unterschied. Ein Elefantenbaby wiegt bei der Geburt rund 120 Kilogramm. Da muss die Mutter gegen Ende der Schwangerschaft ganz schön schleppen.
Wie bei allen anderen Säugetieren verläuft auch bei den Walen das Wachstum des Fötus in den letzten Wochen der Schwangerschaft am schnellsten. Der Fötus eines Blauwals nimmt im letzten Monat der Schwangerschaft täglich 100 Kilogramm zu. Dagegen ist ein Elefantenbaby ein Winzling. Die Länge der Schwangerschaft ist bei den verschiedenen Walarten sehr unterschiedlich. Beim Pottwal ist sie mit 16 Monaten am längsten. Die Geburt verläuft relativ schnell. Das Kalb wird dabei in der Regel mit dem Schwanz voraus geboren. Die kürzeste Schwangerschaft unter den Säugetieren weisen übrigens zwei Bandikut-Arten auf. Das sind kleine Nasenbeutler aus Australien. Ihre Schwangerschaft beträgt nur zwölf Tage.










